Die Straßen

Livigno ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Alpen, Hauptort des Valtellinas und liegt zwischen dem Nationalpark Stilfserjoch und dem Schweizerischen Nationalpark. Im Lauf der Jahrzehnte hat man es in Livigno verstanden, die typische Landschaft, Natur und Architektur der Gegend zu schützen und sich kulturell und den Traditionen entsprechend weiterzuentwickeln. Dabei hat man u. a. auf Modernität gesetzen, dabei jedoch nie die Natur rundherum aus den Augen verloren. Aus diesem Grund ist Livigno ein Paradies für all jene, die ihren Urlaub gerne mitten in der Natur verbringen, Entspannung suchen, frische und saubere Luft atmen und die Höhensonne genießen wollen.
Um sich in Livigno wohl zu fühlen, muss man nur einen Blick auf die Berge werfen, die das Tal einrahmen und auf das majestätische Panorama der Berge, die sanft von 3.000 m auf 1.800 m abfallen.
Diese Landschaft weckt ein Gefühl von Frieden und Seelenruhe und ist ideal für einen Sommer- wie für einen Winterurlaub, den man mit Spaziergängen, auf den Spazier- und Radwegen, auf den MTB- und Trekking-Trails, beim Skifahren, Snowboarden, Telemarken oder beim Ski Nordisch verbringen kann.



DIE CONTRADE (DIE STRASSEN)
Livigno le contrada 1980 fand zum ersten Mal der TOFEO DELLE CONTRADE statt, das hiesige Ski-Nordisch-Rennen, das nachts entlang der 8 Hauptstraßen ausgetragen wird. Die Gruppe der Amateursportler "Gruppo Amatori Fondo" nahm die Unterteilung des Dorfs in Contrade, also Straßenabschnitte bzw. Viertel vor. Bis dato gab es diese Unterteilung im Dorf selber nicht, sondern nur außerhalb, um die Fraktionen nach den jeweiligen Kirchen zu benennen: S. MARIA (Contrada Spazzon), S. ROCCO (Contrada Trùzz) und S. ANNA (Contrada Trepàl). Von da an verfügt Livigno über 8 Contrade: Centro, Comunin-Pemont, Forcola, Ostaria, Plan da Sora, Saroch, Teola, Trepalle.


CENTRO
Die Contrada Centro umfasst das historische Gebiet i Plan, die Talebene des Dorfes. Hier entsteht gerade der nördlichste Teil der Fußgängerzone. Am Anfang der Via Plan befindet sich der Rathausplatz (Plaza dal Comun) samt Rathaus (Bait dal Comun) und entsprechenden Büros.
Auf dem Rathausplatz befindet sich das Gefallenendenkmal, das von der hiesigen Künstlerin Lydia Silvestri 1968 geschaffen wurde.

FORCOLA
Die Contrada Forcola ist nach dem gleichnamigen Alpenpass benannt, der Livigno von der Schweiz trennt. Der Name Forcola kommt von der Ähnlichkeit des Gebirgskamms des nahegelegenen Berges mit einer Gabel (forca).
Hier liegt die Mehrzweckhalle Plaza Plachéda, die 2005 eröffnet wurde. Sie verfügt über einen Versammlungssaal mit 900 Sitzplätzen und einen Konferenzsaal mit 150 Sitzplätzen und ist außerdem der Hauptsitz des Tourismusvereins von Livigno, der Azienda di Promozione e Sviluppo Touristico di Livigno.

OSTARIA
Die Contrada Osc'taria bestand ursprünglich aus einer Gruppe von Häusern am nördlichen Rand von Livigno. Der Name kommt vermutlich von den Gasthäusern (Osterie), die es hier einst gegeben hat. Am Ende dieser Contrada gelangt man in das Val Fedaria, ein einzigartiges und unberührtes Tal.
Einen Besuch wert ist das Kirchlein der Beata Vergine di Caravaggio. Es wurde 1720 erbaut und ist zwar sehr klein, aber wunderschön.

PEMONT
Diese Contrada ist aus dem Zusammenschluss der Gebiete Comunin (der Name leitet sich von Gebieten ab, die in Gemeindebesitz sind) und Pemont, einer Wohngegend am Fuße des Berges im Nordosten von Livigno entstanden. Hier befindet sich die Pfarrkirche Natività di Maria
Die Molkerei von Livigno ist sehenswert. Hier wird ausschließlich Milch verarbeitet, die in Ställen und auf Almen der näheren Umgebung gemolken wird. Diese Milch wird zu Butter, Joghurt, Käse und anderen Produkten verarbeitet.

PLAN DA SORA
Der Name der Contrada Plan da Sora wurde erst kürzlich eingeführt und entspricht nicht dem historischen Gebiet, das die Wiesen in der Talsohle zwischen der Hauptstraße und dem Aqua Granda, wie der Spöl früher hieß, umfasst. Wenn man heute die Via S. Antonio hinaufgeht, entsteht dort gerade der südlichste Teil der Fußgängerzone.
Die Kirche S. Antonio, die auf das 16. Jh. zurückgeht, beherbergt einige wertvolle Gemälde: Darstellungen der Madonna mit Kind und der Heiligen Antonio Abate und Antonio di Padova.

SAROCH
Die Contrada Saroch war ursprünglich unabhängig vom bewohnten Zentrum Livignos. Hier befindet sich die gleichnamige Kirche S. Rocco, die zweitgrößte Kirche in Livigno, die ab 1591 erbaut wurde.
Es gibt hier eine kleine Votivkapelle mit einer Mariendarstellung. Es wird überliefert, dass sie erbaut wurde, nachdem sich ein Pferd hier aufgebäumt hatte und dadurch das Vorüberziehen eines Prozessionszugs verhinderte.

TEOLA
Der Name Teola ging auf eine einzige Behausung zurück – die Téa da Teola. Heute ist es die am dichtesten bebaute Gegend in Bergnähe. Hier befindet sich seit Kurzem der Larix-Park, ein Abenteuerpark hoch oben in den Lüften, dessen Name auf die vielen Lärchen (larici) zurückgeht, die es hier in den Wäldern gibt.
Als Tea wird im hiesigen Dialekt ein typisches Holzhaus bezeichnet, das für die Transhumanz genutzt wird: Dabei handelt es sich um das mehrmalige Hinbringen des Viehs von den Almen ins Dorf und zurück.

TREPALLE
Die Contrada von Trepal ist der am höchsten gelgene dauerhaft bewohnte Ortskern der Alpen. Einer Legende nach hießt das Dorf so, weil das erste Haus hier von einigen Hirten aus Pedenosso aus drei Pfählen (tre pali) gebaut worden sein soll – wie ein Indianerzelt. Man muss jedoch betonen, dass es dafür keine direkten Beweise gibt.
Die Kirche S. Anna ist die höchstgelegene Pfarrkirche Europas; sie geht auf das Jahr 1600 zurück und wurde 1924 wiederaufgebaut. Absolut einzigartig sind die Flachreliefs des Kreuzwegs, die in Bronze gegossen wurden und vom Bildhauer Paolo Quattrini stammen.